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Ein Weltwunder ist geschehen – meine Wanderung auf den Table Mountain (endlich!!!)

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Als ich neun Jahre alt war, war ich schon einmal in Südafrika. Damals mit meiner Familie. Und soweit ich mich richtig erinnere, war das wohl mein erster Urlaub, den man wohl als richtige Fernreise bezeichnen könnte. Überhaupt erinnere ich mich nur bruchstückhaft an einzelne Momente aus dem Urlaub. Und meist an eher ungewöhnliche Momente. Momente, die nicht wirklich Südafrika-typisch sein müssen. Zum Beispiel weiß ich nicht ganz genau, dass ich damals zuerst nicht mit auf die Safari wollte, weil es auf der Farm, wo wir übernachteten Baby-Kätzchen gab. Ich kann mich also noch gestochen scharf an das blauäugige Fellknäuel, das ich Nala getauft hatte, erinnern. Auch weiß ich noch als wäre es gestern gewesen, wie wir damals einen winzigen Schokoladenkuchen für meinen Papi zum Geburtstag kauften, der gefühlt drei Kilogramm wog und von dem jedem einzelnen von uns bereits nach einem Stück schlecht war. Erinnerungen an unseren nächtlichen Game Drive oder den Ausflug an das Kap der guten Hoffnung hingegen sind verschwommen. Warum das ausgerechnet so herum ist, weiß ich leider auch nicht.

Nur eine der Hauptattraktionen ist mir bis zu meiner erneuten Reise noch hundertprozentig gegenwärtig geblieben. Der Tafelberg. Eines der sieben Weltwunder und der wohl schönste Ausblick über Kapstadt. Den ich allerdings nie gesehen hatte. Warum? Nun es ist nicht so als hätten wir nicht hochgewollt, doch Hanna und ich waren wohl noch zu klein, um den steilen Aufstieg zu bewältigen. Zum Glück hätte es dafür ja noch die Seilbahn gegeben. Doch als wir damals am Fuß des berühmten Berges standen und mein Vater die Seilbahnen hoch und runter fahren sah, wurde ihm ziemlich mulmig zu Mute. So mulmig, dass die Höhenangst damals diese Aussicht für uns unzugänglich machte. Als ich damals also im Flieger nach Südafrika saß, nahm ich mir genau eine Sache vor. Dieses Mal würde ich es auf den Table Mountain schaffen. Koste es was es wolle.

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The Taste of Capetown

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Der 13. Oktober. Zwar handelte es sich nicht um einen Freitag sondern um einen Samstag, und dennoch habe ich die letzen zwei Monate nicht gerade freudig diesem Tag entgegengesehen. Es war der Tag meines TOEFL Testes. Ich wusste weder, wie ich mich so richtig darauf vorbereiten sollte, da diese App irgendwie nur so halb funktionierte, noch, ob ich das Ergebnis am Ende wirklich brauchen würde. Dementsprechend habe ich jegliche Vorbereitung ganz dem Lernstil entsprechend, den ich wohl noch aus meinen Schulzeiten (ganz weit in der Vergangenheit :) ) übernommen hatte, erfolgreich vor mir her geschoben.

Einen Lichtblick gab es allerdings. Der Test würde in Kapstadt stattfinden. Das bedeutete, dass ich mir einen Mietwagen holen musste, da die Autos der Foundation nur für kurze private Trips zur Verfügung stehen. Und da der Test bereits morgens früh begann, würde ich zumindest eine Nacht in einem Hostel schlafen müssen. Somit wären bereits zwei der Dinge gebucht, die man auch für einen Wochenendausflug nach Kapstadt benötigen würde. So wurde ein Prüfling also zu einem Prüfling mit einem zehn Mann starken Begleitschutz. Statt einem kleinen Mietwagen wurde ein kleiner und ein geräumiger 7-Sitzer (mit ziemlich schwacher Motorleistung) gebucht. Und die eine Nacht wurde um eine weitere verlängert. Mehr oder weniger alles wurde eingepackt (tatsächlich haben wir ziemlich viel vergessen) und schon konnte sich in das Erlebnis Kapstadt gestürzt werden.

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Mein wohl schönster Tag in Südafrika

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Stellt euch folgendes vor. Ihr lebt in einer südafrikanischen Kleinstadt, ein gutes Stück entfernt vom Stadtzentrum. Jede Besorgung müsste mit dem Auto getätigt werden, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel oder ähnliches gibt. Da müsstet ihr dann durch und jede Fahrt wäre eine private Fahrt, weshalb ständig Spritgeld and die Foundation gezahlt werden müsste. Wäre da nicht der OK Minimarkt auf der anderen Straßenseite eures Hauses – gerade mal 300 Meter entfernt. Hat man morgens also etwas für das Frühstück vergessen, wird schnell in die Flipflops geschlüpft und zum Laden geschlurft. Groß ist die Auswahl zwar nicht aber Dinge wie Joghurt und ein bisschen Obst findet man auch dort. Und wenn man spontan einen Ausflug machen will, so kann man auch gleich noch ein paar Kichererbsen mitnehmen, um sich zuhause ein Proviant zu machen. Fazit: So ein OK Minimarkt um die Ecke ist schon ziemlich praktisch.

Allerdings noch nichts außergewöhnliches. Wenn man dann allerdings ein paar Meter in die andere Richtung läuft, den Kreisel überquert und an der ersten Kreuzung rechts abbiegt, dann werden die Kichererbsen Teil von etwas, dass man wohl nicht an jedem Örtchen dieser Welt vorfindet. In etwa 500 Meter von der Küste entfernt, in etwa 500 Meter von unserem Haus entfernt, befindet sich das Fernklof Nature Reserve. Ein wahrhaftiges Naturparadies, das von Wanderwegen durchzogen ist, die sich von Berg zu Berg schlängeln. Kleine aber gute Pfade, gesäumt von einer Vielzahl an einheimischer Arten der Fynbos Pflanzen. Und so kommt es, dass ich den schönsten Tag in Südafrika wandernd nur einen Katzensprung von meinem Haus verbracht habe.

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Reist du noch oder lebst du schon?

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16:30 Uhr. Ein ganz normaler Nachmittag. Das Hockeytraining ist hinter sich gebracht. Die Leibchen werden wieder in die Tasche gestopft und die vollgeladene Hockeytasche wird zusammen mit den leeren Wasserkanistern in den Kofferraum geschmissen. Man umarmt die Kinder zum Abschied, verteilt Highfives. Und dann hat man auf einmal keine Verpflichtungen mehr und einen ganzen Abend vor sich, den man irgendwie verbringen kann. Verbringen muss. Was also tun in Hermanus?

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Training in Hermanus – vom Banana Song und dem Trick der Woche

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Drei Wochen bin ich nun schon in Hermanus. Drei Wochen, in denen ich lernte mich nicht jedes Mal in Zwelilhe (dem örtlichen Township) zu verfahren. Drei Wochen, in denen ich mich daran gewöhnte mit einer alten Dame und ihrer Katze Peanut das Haus zu teilen. Drei Wochen, in denen sich das neue Trainerteam versuchte in den neuen Alltag einzuleben. Drei Wochen, das ist genau die Zeit, die ich zuvor in Gansbaai verbrachte. Und nach dieser Zeit? Wenn es wie jetzt gerade regnet, das Programm ausfällt und ich alleine in unserem dunklen Wohnzimmer sitze, weil die Jungs noch schlafen, wäre ich da manchmal gerne in dem trubeligen Gansbaai Haus? Ja. Doch wünsche ich mich auch dahin zurück? Bereue ich es in das Projekt nach Hermanus gegangen zu sein anstatt einzufordern in Gansbaai zu bleiben? Keine Minute. So komisch es klingen mag, aufgrund des Wetters habe ich heute einen Tag frei. Die Kinder haben pro Woche nämlich nur eine Schuluniform und die darf nicht nass und dreckig werden. Wir haben also einen ganzen Tag, um zu entspannen und die Zeit gemütlich in unserer neuen Heimatstadt zu vertrödeln. Das mag nun noch komischer klingen, aber ich freue mich über diesen freien Tag nicht. Denn tatsächlich wäre der Ort, an dem ich an diesem regnerischen Montag morgen am liebsten wäre, der kleine Acker, der ein Sportplatz darstellen soll, neben dem Schulgebäude der Hawston Primary School.

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Wenn ich du wäre …

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Samstag Morgen. Punkt 9 Uhr. Um diese Uhrzeit sollte es losgehen. Wir wollten unseren Roadtrip pünktlich beginnen. Wobei hier vielleicht anzumerken ist, dass es sich hierbei keinesfalls um deutsche Pünklichkeit handelt. Denn in Südafrika (und das musste ich auch erstmal lernen) wäre das folgende Sprichwort wohl passender: Eine halbe Stunde nach der Zeit ist des Südafrikaners Pünktlichkeit. Tatsächlich könnte man allerdings selbst nach dieser Definition nicht mehr behaupten, dass wir rechtzeitig nach Hermanus aufbrachen. Des Volunteers Pünktlichkeit war zumindest an jenem morgen großzügige eineinhalb Stunden später. Vielleicht war das Braai, zu welchem wir am Freitag Abend eingeladen hatten, doch nicht so förderlich für unseren Zeitplan. Dennoch saßen wir schließlich vollzählig und mehr oder weniger frisch in den beiden Autos verteilt, um unseren Roadtrip nach Stellenbosch anzutreten. Ein kleines Städtchen in der Nähe von Kapstadt, dass für seine Universität und seinen Wein bekannt ist.

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Gansbaai Highlights – things to do besides Shark Cage Diving

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Nun sitze ich hier. In meiner neuen Küche. Nach drei Wochen wieder umgezogen. Von Gansbaai aus dem kleinen Fischerörtchen nach Hermanus in das etwas größere Fischerörtchen. Draußen regnet es. Weil die Kinder nur eine Schuluniform haben und die nicht nass werden soll, fällt das Training aus und wir haben frei. Was macht man also als Volunteer wenn man gerade kein Volunteer ist? Man könnte zum Beispiel, wie ich eben, den Fragebogen von Grootbos ausfüllen, indem man dann genau dazu Stellung nehmen soll: „I have found ample opportunities to enjoy activities outside the foundation.“ Und tatsächlich habe ich dieser Aussage zugestimmt und das nicht nur um zu schleimen. Der Fragebogen war nämlich anonym. Hier kommen also meine Highlights aus meinen drei Wochen in Gansbaai.