All Posts Filed in ‘Reisetipps

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Wenn ich du wäre …

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Samstag Morgen. Punkt 9 Uhr. Um diese Uhrzeit sollte es losgehen. Wir wollten unseren Roadtrip pünktlich beginnen. Wobei hier vielleicht anzumerken ist, dass es sich hierbei keinesfalls um deutsche Pünklichkeit handelt. Denn in Südafrika (und das musste ich auch erstmal lernen) wäre das folgende Sprichwort wohl passender: Eine halbe Stunde nach der Zeit ist des Südafrikaners Pünktlichkeit. Tatsächlich könnte man allerdings selbst nach dieser Definition nicht mehr behaupten, dass wir rechtzeitig nach Hermanus aufbrachen. Des Volunteers Pünktlichkeit war zumindest an jenem morgen großzügige eineinhalb Stunden später. Vielleicht war das Braai, zu welchem wir am Freitag Abend eingeladen hatten, doch nicht so förderlich für unseren Zeitplan. Dennoch saßen wir schließlich vollzählig und mehr oder weniger frisch in den beiden Autos verteilt, um unseren Roadtrip nach Stellenbosch anzutreten. Ein kleines Städtchen in der Nähe von Kapstadt, dass für seine Universität und seinen Wein bekannt ist.

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Gansbaai Highlights – things to do besides Shark Cage Diving

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Nun sitze ich hier. In meiner neuen Küche. Nach drei Wochen wieder umgezogen. Von Gansbaai aus dem kleinen Fischerörtchen nach Hermanus in das etwas größere Fischerörtchen. Draußen regnet es. Weil die Kinder nur eine Schuluniform haben und die nicht nass werden soll, fällt das Training aus und wir haben frei. Was macht man also als Volunteer wenn man gerade kein Volunteer ist? Man könnte zum Beispiel, wie ich eben, den Fragebogen von Grootbos ausfüllen, indem man dann genau dazu Stellung nehmen soll: „I have found ample opportunities to enjoy activities outside the foundation.“ Und tatsächlich habe ich dieser Aussage zugestimmt und das nicht nur um zu schleimen. Der Fragebogen war nämlich anonym. Hier kommen also meine Highlights aus meinen drei Wochen in Gansbaai.

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New York – Von Déjà-vus und realen Träumen

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New York. Ein Ort, den jeder kennt. Zumindest die Skyline aus einer Krimiserie, oder einem Film, oder einfach einem Bild. Und das macht eben auch irgendwie den Charme aus, wenn man dann tatsächlich in New York ist. Ständig kommt einem etwas bekannt vor und man hat das Gefühl ein Déjà-vu zu erleben oder zumindest durch die Augen eines anderen zu schauen. Aber eben dieses Gefühl sorgt auch für gewisse Erwartungen. Wenn man dann eben an genau den Orten steht , die man irgendwie schon so oft gesehen hat, dann beginnt es sich auf einmal surreal anzufühlen. Nach dem Motto: Letztes Mal als ich das Empire Hotel gesehen habe, hat aber die Sonne geschienen. Kann ich das reklamieren? Nein das kann man nicht, aber versuchen sich von seinen Erwartungen und Vorstellungen zu lösen und sich einfach mal von der Stadt überraschen zu lassen. Darum geht es doch beim Reisen oder? Dass man am Ende des Tages komplett woanders steht, als man es erwartet hatte. Dass man immer wieder aufs neue von seinen Eindrücken überrumpelt wurde. Und dass man ständig von der Wirklichkeit überrascht wird.

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Karla, der Drahtesel und Ich

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Ich habe eine Frage: Wieso assoziiere ich mit Fahrradtouren durch Schleswig-Holstein Rentner die Urlaub machen? Natürlich, es gibt etliche von ihnen, die mit ihren Elektro-Bikes die Fahrradwege und Straßen unsicher machen, stets fünf Karten in ihrer Bauchtasche haben und eben mit Vorliebe die Bevölkerung, die sich auf ihren normalen Fahrrädern den Berg hochquält, ohne Strampeln überholen. Und trotzdem hatten Karla und ich eben die Idee eine Fahrradtour von Eutin nach Sylt zu machen. Wenn uns jemand fragen würde, wie wir denn auf diese Idee gekommen sind, dann wüsste ich keine Antwort. Sie war eben einfach da.

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Falmouth – hier schließt sich der Kreis

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Als ich auf das Achterdeck trat, fiel mir auf, wie sich die Farben verändert hatten. Das tiefe blau des Atlantiks, dessen Farbe so intensiv war, das ich es nicht in Worte fassen könnte, war verschwunden. Stattdessen begrüßte uns ein grünliches Gewässer im englischen Kanal. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich mir die Augen reiben musste, weil mich die tiefblaue See damals überwältigte. Nun schlägt mein Herz höher wegen dieser ungewohnten Farbe. Wie sich der Normalzustand für mich verändert hat!

Die Wasserfarbe war das erste Anzeichen, für die Wiederkehr in bereits bekannte Gewässer. Während der letzten Monate bin ich nie an einem Ort geblieben. Jeden Tag entdeckte ich etwas Neues. Wir befanden uns immer in Bewegung und nun würde sich der Kreis schließen. Die Thor würde wieder in Falmouth anlegen. Und deshalb war die kleine Stadt in England auch der auserwählte Ort für das Solo. Für vierundzwanzig Stunden würde es für uns heißen – Stille. Abgeschieden im Wald verbrachten wir einen Tag nur mit uns. Keine lachenden KUSis um einen herum. Keine Segelkommandos. Kein Weckdienst. Nur wir. Alleine.

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Enchanting Bermudas

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Von Kuba direkt zu den Bermudas. Einen größeren Kontrast hätte man wohl kaum haben können. Während hinter mir das laute dreckige und spottbillige Kuba liegt, bin ich nun auf einer Insel, die wie eine Mischung aus holländischer und englischer Kultur wirkt. Egal, wem du auf der Straße begegnest, du wirst freundlich gegrüßt. Und wenn ich freundlich meine, dann bedeutet das ohne Hintergedanken oder weil du blond bist. Alle halten sich hier an die Verkehrsregeln und die Dächer erstrahlen doch tatsächlich in leuchtenden weiß. Hier hatte ich fast schon ein schlechtes Gewissen als ich nach 4 Monaten Schlabberlook mit Jogginghose durch die Straße gelaufen bin. Betonung liegt auf fast, denn meine Bermudahose ist einfach zu kuschelig, weshalb ich sie nun trage.

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Die andere Art Kuba zu entdecken

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Wer schon mal eine Fahrradtour mit der Klasse gemacht hat, weiß wie chaotisch das abläuft. Und obwohl ich bereits im Sommer, als ich mit meiner Klasse nach Berlin gefahren bin, dachte, dass es nicht mehr verrückter ablaufen könne, würde ich hier wieder einmal eines besseren belehrt. Während in Deutschland meine beste Freundin nach nicht mal fünf Kilometern vom Fahrrad fiel, landeten hier andere Dinge auf dem Boden. Pedale zum Beispiel. Die liebe Alena hatte anscheinend nicht ganz mitbekommen, dass ein Gewinde eine vorgeschriebene Richtung hat. Nun denn wir wären nicht die KUSis, wenn wir für Probleme wie Fahrräder ohne Pedale keine Lösung hätten. Nicht verzagen Vinzent fragen. Der hat nämlich immer zu viel Energie, weshalb er Alena für die nächsten Kilometer durch die wunderschöne Landschaft Kubas fuhren.Das, was ich bereits als kleines Kind am Fahrrad fahren geliebt habe, war immer, dass man auf einmal so viel mehr sieht, dass man selbst in bekannten Umgebungen das Gefühl hat in einem fernen Land zu reisen. Nun in meinem Fall bereiste ich gerade wirklich ein fremdes Land, weshalb all die Eindrücke ziemlich überwältigend für mich waren. Während der ersten Kilometer rollten wir entlang der smaragdgrünen karibischen See bis wir ins Land abbogen und durch die ersten kubanischen Dörfer führen. Auf einmal sah man überall bunte Oldtimer und Kolonialhäuser, die in allen erdenklichen Farben gestrichen waren (auch wenn der Lack bereits bröckelte). Und mitten drin sah Kubaner laut lachen, und Kussmünder zuwerfen, handeln, Eier kaufen, Musik machen und uns begrüßen. Im Hintergrund ragten bereits die ersten Mogotes empor und überall, wo sich noch eine Lücke ergab, säumten Königspalmen die Straßen.

Alles könnte so perfekt sein. Mittlerweile hatte Alena auch selbstgeschnitzte Ökopedale und Pesopizzen mit Bananen schmecken sowieso jeden Tag gut als Mittagessen. Nur leider löste sich dann mein Rucksack vom Gepäckträger, obwohl ich ihn mit einem Expander befestigt hatte. Wenn man diesen aber in der Fahrradkette häckselt, ist es kein Wunder, dass der Rucksack ebenfalls einen Abgang macht. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass meinem Fahrrad das nicht so gut gefallen hat. Jedenfalls würde ich für die letzten 15 Kilometer bis Piñar Dell Rio von wunderschönen Klacker- und Quietschgeräuschen begleitet. Im Hotel widmete sich dann unser „Experte“ Jonas meinem armen Drahtesel. Dabei eröffnete er mir immer zwei Möglichkeiten: Entweder ich versuche die Pedale mit Gewalt reinzudrehen und zerstöre so das Gewinde, aber es geht schnell, oder du setzt dich jetzt hin und versuchst zwei Stunden lang die Pedale richtig reinzudrehen. Nun denn die Entscheidung war einfach. Schlussendlich hatte ich ein Fahrrad mit einem verbogenem Schutzblech, einer Gangschaltung, die wie Russian Roulette funktioniert (entweder sie schaltet oder die Kette springt raus und du kannst gar nicht mehr treten), und eine Konstruktion aus Tampons und Tape, die alles zusammenhalten. Und das faszinierendste daran? Mit diesem Teil bin ich durch die Provinz Piñar del Rio gefahren. Immerhin hat das alte Fahrrad von meinem Opa nun in seinen letzten Momenten in unserer Familie noch so einiges erlebt. Und wer weiß, was die Kubaner, denen wir die Fahrräder geschenkt haben, noch alles damit anstellen werden?