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Havanna – der Höhepunkt des Freilichtmuseums Kuba

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In Flipflops schlendere ich durch die Gassen von Havanna Vieja. Verträumt schaue ich die bröckelnden Fassaden der bunten Altbauten hinauf, die die enge Gasse säumen. In der Ferne ertönt kubanische Straßenmusik. Ups, fase wäre ich in ein Loch gestolpert, dass sich auf einmal vor mir in der Straße aufgetan hat. Wo ist denn Marie schon wieder hin? Ah das sieht ihr ähnlich. Natürlich habe ich sie beim Churroz-Stand verloren. Der letzte Tag in Kuba war wieder einmal der schönste. Natürlich haben wir erst ganz am Ende die schönsten Ecken Havannas entdeckt. Havanna Vieja ist noch romantischer als Paris. Ich war noch nie in einer Stadt, die gleichzeitig so lebendig ist und dabei so viel Geschichte atmet. An jeder Ecke findet man kleine Künstlerateliers und Läden, die Postkarten aus den 20-er Jahren verkaufen.

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Ist halt Santiago …

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Wie lange hatte ich auf diese Zeit hin gefiebert? Schon vor der Reise wollte ich meinen English Report unbedingt über die Kleingruppenexkursionen schreiben, um von dem größten Abenteuer zu berichten. Und als wir dann erst die Gruppen eingeteilt hatten und wussten, dass wir nach Santiago fahren würde, begann es mir ständig unter den Fingern zu jucken. Ständig musste ich durch die Reiseführer blättern, denn ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht genug über diese aufregende Stadt lesen konnte. Ich träumte von afro-kubanischer Kultur und sehnte mich in die Stadt der Kunst und der Musik. Das hätte ich wohl lieber bleiben lassen sollen. Bereits der Einstieg in unser Abenteuer begann anders als geplant. Lena hatte sich nämlich in Havanna den Magen verdorben, was die sechzehnstündige Busfahrt eher ungemütlich für sie machte. Zum Glück hatten wir aber mitgedacht und Massenweise Papaya und Klopapier mitgebracht. So überstanden wir diese Stunden in mehr oder weniger angenehmen Schlaf.

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Unterwegs in Viñales

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Der Regen prasselte auf den nassen Asphalt, während ich den Hügel hoch strampelte. Auf meinen Armen begannen sich langsam meine Haare aufzustellen und ich wünschte mir meine Regenjacke aus den Tiefen meines Trekkingrucksacks herbei. Ein komisches Qietschgeräusch riss mich aus meinen Gedanken. Das war dann wohl Fahrrad Nummer 2, das ich geschrottet habe. Denn als ich an meinem Hinterrad hinuntersah, stellte ich fest , dass ich einen Platten hatte. Das erklärte auch warum ich so außer Atem war. Also nun: „Kommando Stoooop!“ Langsam kam die Fahrradkolonne hinter mir zum stehen. Als ich der Tagesprojektleitung mein Problem eröffnete, wollte diese mich natürlich zunächst in den Bus schicken, allerdings nur bis sie realisierte, dass der Bus ja Bananen kaufen war.Und so standen wir da. Inmitten von einem Tal, das gesäumt von den eindrucksvollen Mogotes war. Nahezu majestätisch ragten diese über der kleinen Stadt Viñales hervor, deren bunte Kolonialhäuser hinter uns am Fuße des Hügels lagen. Sie war umgeben von Äckern, auf denen Ochsen im Regen arbeiteten, und kleinen Häusern aus Tabbakblättern. Dort wollten wir hin. In die unberührte Provinz, zu den kubanischen Tabbakbauern, in die Natur. Deshalb blieben wir auch nicht in dem von Touristen und Aussteigern überlaufenen Städtchen, um es uns in einem Casa Particular gemütlich zu machen, sondern führen zu einem Campismo für Kubaner.

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Familienbande …

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Ganz ehrlich? Vor drei Monaten hätte ich nie gedacht, dass ich Bene mal so blind vertrauen würde, dass ich ihn mich durch die Luft wirbeln lassen würde. Wahrscheinlich hätte ich zu Beginn der Reise nicht mal mit Helm ein Solo vor 500 Kubanern mit ihm getanzt. Schließlich steht auf meinem Fahrradhelm nicht ohne Grund ‚I Love my brain‘. Und dennoch ist genau das gestern bei der Abschiedsgala in dem kubanischen Hochbegabten-Internat geschehen, welches wir für drei Tage besucht hatten. Wir es waren eigentlich schon gewohnt auf Abschiedsabenden zu singen. Aber für diese Schule war das etwas ganz anderes. Man hatte uns nämlich bereits mit komplizierten Salsa-Formationen und Liedern, die so schön gesungen wurden, dass ich Gänsehaut hatte, begrüßten. Und da sollten wir nun mithalten, um das Projekt zu repräsentieren. Nichts leichte als das, wenn man genau zwei Tage Vorbereitungszeit hat, während uns die kubanischen Schüler erzählten, dass sie sich seit Monaten auf uns vorbereiteten. Nun denn was machen KUSis in so einer Situation? Schritt Nummer eins: Krisensitzung. Dann? Stundenlang diskutieren? Und zu dem Entschluss kommen, dass Lukas, Miron, Karla und Toni vorgeschickt werden, weil die mit ihren Gesang alles rausreißen. Außerdem hatten wir noch die Stimmungsbombe Trostpreis in Petto. Das Lied feierten unsere Gastgeber sowieso schon, weshalb es auch schon im Schulradio gespielt wurde. Ein größeres Problem war allerdings einen Tanz zu finden. Wir entschieden uns dazu, dass wir eine Kombination aus Discofox, Schuhplattln und Shuffeln präsentieren könnten, schließlich kannten die Kubaner keinen dieser Tänze. Also könnten sie zumindest nicht direkt unsere Fehler erkennen. Dennoch war diese Zeit der Vorbereitung sicherlich eine der herausforderndsten für mich. Irgendwie würde ich nämlich zur Discofox-Tanzlehrerin deklariert und musste deshalb nicht nur Tanzen beibringen, sondern mir auch zum ersten Mal im Leben eine Choreografie ausgedacht. So weit so gut. Lustig würde es nur, als wir versuchten das ganze mit sechs Paaren synchron zu tanzen. Besonders weil keiner von uns je eine Formation getanzt hat. Naja einmal ist immer das erste Mal. Mit der Einstellung gingen wir auch auf die Bühne. Es hatte vorher noch nie komplett geklappt, aber einmal ist immer das erste Mal. Und wo wir gerade schon so spontan waren, konnte Emilia auch noch eben schnell ein Shuffel-Solo einbauen. 

Dementsprechend aufgeregt waren wir alle, als wir dann endlich auf der Bühne standen. Ehrlich gesagt hätte ich ziemliche Panik. Mein Herz schlug so laut, dass wir eigentlich auch auf den Rythmus hätten tanzen können. Dich dann setzte die Musik ein und ich dachte nur noch an das Motto meines Mathelehrers: „Ich habe Spaß! Siehst du? Ich zeige euch meine Zähne, also lache ich!“ Und zu unser aller Überraschung wuppten wir zusammen als Team diesen Auftritt, auch wenn sich jeder einmal kurz vertanzte, kamen wir zum Schluss gemeinsam an. Nach dem Tauschkreis mussten Bene und ich nur noch das Solo überleben. In meinem Kopf schwirrten Vinzents Kommentare: „Eure Hebefigur sieht ja aus, als würde ein Känguru einen Elefanten stemmen!“ Und da musste ich wirklich lachen. Ich habe aber noch nie einen Elefanten aus den Armen eines Kängurus einen Handstandüberschlag machen sehen. Zumindest unseren Gastgebern scheint es gut gefallen zu haben, sonst hätten sie wohl nicht so geklatscht. 

Diese Zeit mit den kubanischen Schülern war wirklich sehr intensiv und natürlich wurden nicht nur neue Freundschaften geschlossen, sondern auch reichlich geflirtet. Nach so ziemlich jeder Tanzstunde bekamen die Jubgs auch gar nicht mehr ein vor Schwärmerei vom Hüftschwung der Kubanerinnen. Und auch wenn wir was das angeht wahrscheinlich immer unterlegen sein werden, so hat sich durch diese Zeit eins gezeigt. Nämlich, dass genau wir die KUSis zusammen gehören. Die Kubaner sind vielleicht gelenkiger und tanzen seit sie laufen können, aber wir halten so zusammen, dass wir es alle zusammen mit Ihnen aufnehmen können. Durch die Konfrontation mit dieser anderen Kultur wurde uns mal wider klar, dass wir zusammen gehören. Ich bin nun Teil einer Familie, in der ich jedem einzelnen mein Gehirn anvertrauen würde. 

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Die andere Art Kuba zu entdecken

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Wer schon mal eine Fahrradtour mit der Klasse gemacht hat, weiß wie chaotisch das abläuft. Und obwohl ich bereits im Sommer, als ich mit meiner Klasse nach Berlin gefahren bin, dachte, dass es nicht mehr verrückter ablaufen könne, würde ich hier wieder einmal eines besseren belehrt. Während in Deutschland meine beste Freundin nach nicht mal fünf Kilometern vom Fahrrad fiel, landeten hier andere Dinge auf dem Boden. Pedale zum Beispiel. Die liebe Alena hatte anscheinend nicht ganz mitbekommen, dass ein Gewinde eine vorgeschriebene Richtung hat. Nun denn wir wären nicht die KUSis, wenn wir für Probleme wie Fahrräder ohne Pedale keine Lösung hätten. Nicht verzagen Vinzent fragen. Der hat nämlich immer zu viel Energie, weshalb er Alena für die nächsten Kilometer durch die wunderschöne Landschaft Kubas fuhren.Das, was ich bereits als kleines Kind am Fahrrad fahren geliebt habe, war immer, dass man auf einmal so viel mehr sieht, dass man selbst in bekannten Umgebungen das Gefühl hat in einem fernen Land zu reisen. Nun in meinem Fall bereiste ich gerade wirklich ein fremdes Land, weshalb all die Eindrücke ziemlich überwältigend für mich waren. Während der ersten Kilometer rollten wir entlang der smaragdgrünen karibischen See bis wir ins Land abbogen und durch die ersten kubanischen Dörfer führen. Auf einmal sah man überall bunte Oldtimer und Kolonialhäuser, die in allen erdenklichen Farben gestrichen waren (auch wenn der Lack bereits bröckelte). Und mitten drin sah Kubaner laut lachen, und Kussmünder zuwerfen, handeln, Eier kaufen, Musik machen und uns begrüßen. Im Hintergrund ragten bereits die ersten Mogotes empor und überall, wo sich noch eine Lücke ergab, säumten Königspalmen die Straßen.

Alles könnte so perfekt sein. Mittlerweile hatte Alena auch selbstgeschnitzte Ökopedale und Pesopizzen mit Bananen schmecken sowieso jeden Tag gut als Mittagessen. Nur leider löste sich dann mein Rucksack vom Gepäckträger, obwohl ich ihn mit einem Expander befestigt hatte. Wenn man diesen aber in der Fahrradkette häckselt, ist es kein Wunder, dass der Rucksack ebenfalls einen Abgang macht. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass meinem Fahrrad das nicht so gut gefallen hat. Jedenfalls würde ich für die letzten 15 Kilometer bis Piñar Dell Rio von wunderschönen Klacker- und Quietschgeräuschen begleitet. Im Hotel widmete sich dann unser „Experte“ Jonas meinem armen Drahtesel. Dabei eröffnete er mir immer zwei Möglichkeiten: Entweder ich versuche die Pedale mit Gewalt reinzudrehen und zerstöre so das Gewinde, aber es geht schnell, oder du setzt dich jetzt hin und versuchst zwei Stunden lang die Pedale richtig reinzudrehen. Nun denn die Entscheidung war einfach. Schlussendlich hatte ich ein Fahrrad mit einem verbogenem Schutzblech, einer Gangschaltung, die wie Russian Roulette funktioniert (entweder sie schaltet oder die Kette springt raus und du kannst gar nicht mehr treten), und eine Konstruktion aus Tampons und Tape, die alles zusammenhalten. Und das faszinierendste daran? Mit diesem Teil bin ich durch die Provinz Piñar del Rio gefahren. Immerhin hat das alte Fahrrad von meinem Opa nun in seinen letzten Momenten in unserer Familie noch so einiges erlebt. Und wer weiß, was die Kubaner, denen wir die Fahrräder geschenkt haben, noch alles damit anstellen werden?

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Kunterbuntes Einklarieren in Kuba 

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Die erste Veränderung, die ich bemerkte als wir uns Kuba näherten, war der Himmel. Solch einen Sonnenaufgang habe ich selten gesehen. Da wäre jeder Romantiker auf seine Kosten gekommen. Aber ich bin nun mal auf der Thor, weshalb ich die Zeit zum Staunen damit verbrachte Segel zu packen. So viel dazu. Gestern betrat ich dann endlich die Insel meiner Träume. Und in dem Moment fühlte ich mich wie Chuck Norris, denn mit einem Schiff in Kuba einzulaufen ist alles andere als einfach. Und die letzte Etappe auf See erinnerte eher an Nordsee als an die karibische See. Deshalb verbrachte ich die erste Hälfte der Woche an Deck, da es unter Deck die Hölle war. Immer dieses verdammte Schaukeln. Nur am ersten Tag war mir das nicht möglich. Da hielt mich nämlich die Backschaft in der Kombüse, was zur Folge hatte, dass ich alle 5 Minuten panisch zum Bulleye stürmte um den Horizont anzubeten. Kurz gesagt das Bulleye wurde zu meinem besten Freund, weshalb ich es Sören taufte.

Aber eigentlich wollte ich eine ganz andere Geschichte erzählen. Der Horror nennt sich Hygeneprüfung Kuba. Bereits zu Beginn der Reise würden uns die wildesten Geschichten aufgetischt. Von Drogenhunden, Männern mit Maschinengewehren aber das schlimmste eine Horde Ärzte, die jeden Winkel des Schiffes auseinander nahmen und sich darüber aufregten, dass man den Deckel von Mülleimern per Hand öffnet. Die Skala verläuft in etwa so: Reinschiff, Großreinschiff, Hafenfein machen, Detlef ist am Ende mit den Nerven und wir machen Frustputzen, Weihnachtsputzen für ein perfektes Fest und zu guter letzt Hygeneprüfung Kuba. Also hieß es sobald wir halbwegs auf den Beinen waren putzen, schrubben, polieren, fegen, kratzen, saugen und wischen. Als wir dann endlich erlöst von unserem Biotest waren, wurde dem Ganzem noch die Krone aufgesetzt: Nachtputzen. Nachdem wir die Woche durch schon alle Bilgen in der Last ausgeräumt und gewischt hatten, wurde ich in das Kombüsenteam befördert. Dort verbrachte ich zwei Stunden damit einen Unterschrank von Rost mit dem Obstmesser zu befreien. Aber das ist noch gar kein Vergleich zu Klein-Lena, die fünf Stunden in unserem geliebten Ofen verbrachte. 

Irgendwie würde ich an diesem denkwürdigen Tag ständig befördert. Von einer normalen Putzkraft zur Kämpferin gegen den Rost zur Sonderbackschaft und schließlich zur Fahrwache. Dementsprechend müde war ich auch am nächsten morgen als es dann so weit war und die Kubaner unser Schiff enterten. Wobei enterten eigentlich nicht stimmt. Viel mehr flanierten sie in aller Seelenruhe auf das Schiff und sahen sich beiläufig durch Ihre dicken Sonnenbrillen, die so gar nicht zu dem Bild des sozialistischen Kubas passten, das Schiff. Die allseits gefürchtete Hygeneprüfung dauerte sage und schreibe fünf Minuten, wobei selbst Detlef gründlicher überprüft. Anschließend machte sie mit ihren Compañeros am Ruder unseres Schiffes ein paar Selfies und das war es. Dementsprechend fertig war auch Marta, die zusammen mit Fidi unser anderen Proviantmeisterin, alles was mit Essen zu tun hat auseinander nehmen musste. Sie war wirklich kurz davor die Ärztin dazu zu nötigen, dass sie doch bitte mit der Zunge jeden einzelnen Türrahmen auf Sauberkeit zu überprüfen. Der Fakt, das ich gerade in einem Bett in Kuba liegt, zeigt, dass wir sie davon abgehalten haben.