All Posts Filed in ‘Atlantik

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Falmouth – hier schließt sich der Kreis

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Als ich auf das Achterdeck trat, fiel mir auf, wie sich die Farben verändert hatten. Das tiefe blau des Atlantiks, dessen Farbe so intensiv war, das ich es nicht in Worte fassen könnte, war verschwunden. Stattdessen begrüßte uns ein grünliches Gewässer im englischen Kanal. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich mir die Augen reiben musste, weil mich die tiefblaue See damals überwältigte. Nun schlägt mein Herz höher wegen dieser ungewohnten Farbe. Wie sich der Normalzustand für mich verändert hat!

Die Wasserfarbe war das erste Anzeichen, für die Wiederkehr in bereits bekannte Gewässer. Während der letzten Monate bin ich nie an einem Ort geblieben. Jeden Tag entdeckte ich etwas Neues. Wir befanden uns immer in Bewegung und nun würde sich der Kreis schließen. Die Thor würde wieder in Falmouth anlegen. Und deshalb war die kleine Stadt in England auch der auserwählte Ort für das Solo. Für vierundzwanzig Stunden würde es für uns heißen – Stille. Abgeschieden im Wald verbrachten wir einen Tag nur mit uns. Keine lachenden KUSis um einen herum. Keine Segelkommandos. Kein Weckdienst. Nur wir. Alleine.

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Atlantiktaufe – ich bin ein Kusi holt mich hier raus

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Eine stinknormale Wache am Freitag den 04. Dezember inklusive ‚Spaß’ am Ruder. Neben mir war Laura (unsere Bootsfrau) mit ihren Praktikanten mit Schleifarbeiten beschäftigt. Wie gesagt – alles stinknormal. Bis Laura auf einmal anfing zu schreien: „Wir brauchen mal jemanden von den Anglern! Ich glaube das hat ein Fisch angebissen!“ Ein paar von uns hatten nämlich eine Angelspule mitgebracht und gelegentlich fangen sie auch etwas. Aufgeregt stürmten die Angelwütigen auf das Achterdeck und stellten schnell fest: Das war kein Fisch, sondern eine Flasche. Das schmeckt bestimmt auch gut, dachten sich wahrscheinlich unsere gierigen Jungs. Jedenfalls holten sie die Flasche aus dem Wasser und stellten fest, dass es eine Flaschenpost war. Und natürlich war diese nicht geangelt, sondern an der Schnur festgeknotet. Zufall, dass Laura vorher in der Nähe beschäftigt war? Eher nicht, denn die Post kündigte die bevorstehende Atlantiktaufe an, bei der wir Neptun vorgestellt werden sollten.

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Falmouth sin dinero y teléfono

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Fallmouth. Unser erster Landaufenthalt außerhalb von Deutschland. Ein Landaufenthalt in Cornwall. Ein Städtchen gelegen in einer wunderschönen Bucht an der Südküste Englands. Enge Straßen, in denen es nur so von verlockenden Cafés wimmelt, und es an jeder Ecke andere englische Spezialitäten zu kaufen gibt. Von den zahlreichen Vintageläden möchte ich gar nicht erst anfangen zu schwärmen. Und das Beste an der Sache? All diese Geschäfte hatten auch an einem Sonntag auf. Also stürmten wir in unseren Grüppchen in all diese Läden und konnten uns gar nicht satt sehen. Leider wurden wir dort auch ansonsten nicht satt, denn was keiner von uns bedacht hatte war der englische Pound. Also begannen wir in Cafés zu fragen, wo wir denn eine Wechselstube finden würden. Man sagte uns wir sollten im Reisebüro fragen, welches geschlossen war. Anschließend wurden wir zum Post Office geschickt – ebenfalls zu. Die Banken hatten am Sonntag auch ihren Service eingestellt und man konnte nur an die Geldautomaten, allerdings hatten wir keine Kreditkarten dabei. Selbst in Hotels und Supermärkten haben wir alles versucht, da diese Blueberry Muffins einfach zu gut aussahen. Alles vergeblich. Schließlich wurden wir so verzweifelt, dass wir uns fast an den Straßenrand gestellt hätten um zu singen. Betonung liegt zum Glück auf fast. Denn gerade als die Stimmung drohte zu kippen entdeckte Sophie einen Wegweiser, auf dem Strand geschrieben stand. Also marschierte eine Horde blauer KUS-Kapuzenpullis, die wir mittlerweile waren, am ersten November zum Strand.

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Englischer Kanal – Die Reise beginnt

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Der frühe Vogel fängt den Wurm. So ziemlich der blödeste Spruch den ich kenne und dennoch stimmte er in unserem Fall leider. Deshalb musste ich am 27.10. (ich weiß das ist schon eine ganze Weile her) schon um 03:10 Uhr aufstehen, denn zunächst hatte ich Hafenwache und um 05:00 Uhr mussten dann auch die anderen dran glauben, weil zum Auslaufen aus Kiel versammelte Mannschaft an Deck benötigt wurde. Aber keine Sorge, wir haben es alle überlebt. Sonst würde ich ja jetzt auch nicht schreiben und auch all das was jetzt folgt klingt vielleicht ein bisschen hart und das war es auch, aber irgendwie haben wir es doch überstanden. Ziemlich gut sogar. Was auf uns an diesem morgen wartete waren nämlich ein Vorgeschmack auf die Seekrankheit, die uns noch die nächsten zwei Wochen verfolgen sollte, Müdigkeit und das schlimmste Kälte. Besonders beliebt ist hierbei die Kombination, also: Nachtwache von 02:00 Uhr bis 05:00 Uhr nachts bei ekligem Wetter mit unserem Freund der Seekrankheit. Das Problem bei dieser ist, dass man absolut nichts dagegen unternehmen kann und auch nicht wirklich gegen die Nebenwirkungen. Denn liegt man erstmal matt in der Koje kommt das Heimweh garantiert. Glaubt mir. Egal wie sehr du ansonsten die Zeit genießt in solchen Situationen sitzt man einfach nur unter den Bildern von zuhause und stellt sich eine nicht schaukelnde heile Welt vor, in der Mama einen tröstet.