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Blondies on Tour: Day 1 – Hermanus/Swellendamm

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Der erste Tag meines kleinen Roadtrips. Mein kleines Abenteuer in Südafrika. Drei Blondinen aus Hamburg, ein Mietwagen und ein fast ausgereifter Plan. So habe ich gestern mein vertrautes und liebgewonnenes Hermanus verlassen. In Richtung Eastern Cape sollte es gehen, mehr oder weniger die berühmte Garden Route entlang.

Doch holprig war bereits der Start unserer neuntägigen Reise. Noa hatte bei mir bereits übernachtet, damit wir vormittags bereits unseren Mietwagen abholen konnten. Wir beiden waren nämlich als Fahrer auserkoren worden. Es war eine einfache Rechnung aus „Wer hat am ehesten Lust?“ und „Wer lässt mit größter Wahrscheinlichkeit den Wagen ganz?“. Da Becci allerdings bereits von vorne hinein gesagt hatte, dass sie in ihrem Urlaub NICHT hinterm Steuer sitzen möchte, entschieden wir uns für die Vollversicherung und wir beide wurden zum Fahrer ernannt. So standen wir also in der örtlichen Zentrale von Herz, als uns der freundliche Mitarbeiter, der uns mittlerweile gut kannte (durch vorherige Ausflüge), erklärte, dass er auf einmal doch keinen Mietwagen für uns reserviert hatte. Er sei sich nicht sicher gewesen, ob wir uns schlussendlich für sein Angebot entschieden hatten. Nachdem ich ihm allerdings erklärte, dass ich ihm meine Kontodaten sicherlich nicht aus Spaß per E-Mail geschickt hatte, suchte er in seinem Computer nach einem anderen Mietwagen. So kamen wir zu Polly dem Polo. Wahrscheinlich war dieser holprige Start das beste, was uns an diesem Tag passieren konnte. Denn obwohl wir nur für einen günstigen Schaltwagen zahlten, bekamen wir tatsächlich ein Automatikauto. So würde die Fahrt selber durch die bergige Landschaft der Kapregion wenigstens etwas weniger holprig verlaufen.

Mit einem absoluten Hochgefühl machten wir uns also auf den Weg, um Becci aus Gansbaai einzusammeln. Nicht allerdings um vorerst noch zuhause anzuhalten, obligatorisch Pipi machen zu gehen, die Sachen in den Kofferraum zu laden, dann doch schon den ersten Teil des Proviantes zu verdrücken und schließlich das Handy fast zu vergessen. Eine gute Stunde später saßen wir dann schließlich allesamt im Auto und die Reise konnte endlich losgehen.

Die drei Muskeltiere vereint

Und während wir lauthals ABBA sangen und wir in das Landesinnere fuhren, ging die grüne Fynbos-Landschaft, die wir so gut kannten, allmählich in eine gelbe Weite aus trockenen Felden über. Am Horizont überragten die Berge das gelbe Meer, das nur ab und zu von grünen Inseln durchbrochen wurde. So erkennt man hier nämlich die zahlreichen Weingüter mit ihren aufwendigen Bewässerungsanlagen.

Nach eineinhalb Stunden erreichten wir dann schließlich Swellendamm. Unser erstes Ziel. Ein unspektakulären Städtchen, in dem wir hauptsächlich hielten, damit die Fahrt am kommenden Tag kürzer wäre. Allerdings war unser Timing für den Besuch dieser Kleinstadt nur so mittelmäßig. Denn anscheinend viel unsere Übernachtung auf das einzige jährliche Spektakel an diesem unspektakulären Ort. Aufgrund eines riesigen Fahrradrennens war die ganze Stadt überfüllt, sämtliche Unterkünfte ausgebucht und am kommenden morgen würden einige Straßen gesperrt sein. So kamen wir an diesem Abend in der einzig freien Unterkunft unter, die wir hatten finden können. Es war ein kleines blaues Häuschen auf einer Farm noch weitere 30 Kilometer von der eigentlichen Stadt entfernt. Eigentlich ein ganz entzückendes Airbnb.

Noa begeistert über unsere erste Unterkunft

Dank unserer Vollversicherung konnten wir auch ohne allzu große Sorgen die 18 Kilometer lange Schotterpiste zwischen den Feldern entlang Düsen. Nichts konnte Polly aufhalten. Auch die Einrichtung war liebevoll und um die Ecke entdeckten wir ein paar Esel, die uns allerdings weniger toll fanden, als wir sie. Ein Manko hatte die Unterkunft aber doch. Oder vielleicht auch ein paar mehr. Es gab weder Strom. Noch Salz zum kochen (was wir vorhatten). Noch einen Duschkopf. Nur eine alte Badewanne mit kalten Wasser, da der Boiler nicht funktionieren wollte. Ob wir uns davon haben aufhalten lassen? Wir wollten ein Abenteuer und da hatten wir eins. Unser indisches Linsencurry wurde mit einem Braai-Gewürz gesalzen (was auch ganz super geklappt hat, wenn man von dem enthaltenen Glutamat absieht), Kerzen erleuchteten unser Haus am Abend und geduscht wurde eben am nächsten Morgen mit aufgekochtem Wasser, ein paar Eimern und der Assistenz der jeweils anderen beiden. Nur die Handys konnten wir erst am nächsten Tag wieder dank Polly laden, weshalb dieses erste Update erst heute kommt.

Fazit von Tag eins also: Wir leben noch. Das Glück ist manchmal mit den Dummen (oder den Blondinen) und manchmal eben auch nicht. In Südafrika lohnt es sich durchaus bei Airbnb das Kleingedruckte zu lesen. Doch im Endeffekt braucht es tatsächlich weder Strom noch warmes Wasser für einen kuscheligen Mädelsabend. Zu dritt im Doppelbett mit einem Tanzfilm auf der Festplatte und Tassen mit noch warmen Wasser in den Händen (wir hatten vergessen Trinkwasser zu kaufen und mussten auch dieses abkochen) ließen wir den ersten Tag unseres Abenteuers ausklingen.

Candlelight Dinner mit Bad-Hair-Day

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