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Alternative Wege

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Nun es ist einige Zeit seit meinem letzten Blogpost vergangen. Und einige Zeit nach KUS. Und ich denke, dass ich nun den Punkt erreicht habe, an dem ich realisiert habe, dass dieses Kapitel in meinem Leben nun vorbei ist. Ab jetzt lebt dieses Abenteuer nur noch in meinen Erinnerungen und ich werde meine Erfahrungen in meinem Herzen bewahren, um mich neuem zu widmen. Dingen, die mich eigentlich schon seit September beschäftigen und den ganzen Winter über in meinem Kopf herum gespukt sind. Jedes Mal, als ich mir Kleider überstreifte, trat meine Idee wieder ins Bewusstsein mich endlich von der Fast Fashion Industrie loszusagen und den inneren Öko in mir zu befreien. Und nun habe ich den ersten Schritt in diese Richtung gewagt, auch wenn es eine kleine Odyssee war. Aber dafür ist es ein umso Gefühl das Shirt aus Bio-Baumwolle am Morgen anzuziehen und sich bei Kälte in den nachhaltigen Cardigan einzukuscheln und dabei kein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Natürlich habe ich immer noch meine normalen Klamotten, aber nachkaufen werde ich nichts mehr in der Art. Das habe ich mir zumindest vorgenommen.


Als ich wiedergekommen bin, schenkte mir meine Mutter einen Shopping-Gutschein. Schließlich war die Thor nicht gerade der schonendste Ort für meine Teile. Und auch wenn ich meine Flecken und Löcher liebe, so ist es wohl nicht die beste Idee damit in der Öffentlichkeit herumzuturnen. Also begann ich viel zu optimistisch und übermotiviert wie ich nun mal bin die wenigen Fair Trade Läden von Hamburg im Internet zu recherchieren. Natürlich hatte ich bereits genaue und sehr vielversprechende Vorstellungen von Labels wie Hati Hati und Folkdays im Kopf. Aber leider leider, Freunde der Sonne, stellte sich relativ schnell heraus, dass ich eben doch ein kleines naives Mädchen bin und das mit dem fair schoppen gar nicht so einfach war. Mit der tapferen Mama an der Hand stürmte ich die Schanze und streifte von einem Laden zum nächsten. In dem einen gab es genau das, was sich die Mehrheit eben von fairer Mode vorstellt, den nächsten fanden wir gar nicht und dann gab es noch die Läden, in denen nur einzelne ethische Labels vertreten sein sollten. Betonung liegt auf sollten. Meine Mama zwar tapfer aber doch etwas hilflos, kein Wunder bei einer derart anstrengenden Tochter, schlug vor eine Pause im Tassajara, einem vegetarischen Inder zu machen. So gestärkt kämpften wir uns weiter durch den Regen. Ach wie ich Hamburgs Wetter doch liebe! Und schließlich fanden wir einen Lichtblick. Den Laden Glore im Karolinenviertel. Dort gab es fast alles. Das Sortiment reichte von Jeans von Good Society über die Bio Taschen von O my nag bis hin zu der Marke Armed Angels, wo ich schließlich meine Strickjacke fand. Nun der Weg dorthin war zwar steinig, aber zumindest ein Anfang war erreicht.

Ein weiterer Weg, um gegen den übermäßigen Konsum anzukämpfen, ist Second Hand. In diese Schlacht wagte sich meine Freundin mit mir. Wir fanden so ziemlich alles, nur nicht das, was uns gefiel. Und wenn wir uns dann doch in eine vermeintliche Retro-Sonnenbrille verliebten, müssten wir feststellen, dass ausgerechnet diese Sonnenbrille nicht Vintage war. Denn komischerweise gab es sie gleich dreimal und in verschiedenen Farben. Nun immerhin viel Spaß hatten wir. Schließlich versuchten wir unser Glück bei Urban Outfitters, die eine eigene kleine Abteilung haben namens Vintage Renewal. Diese ist darauf spezialisiert Second Hand Ware neu aufzuarbeiten und zu modernisieren. Eigentlich eine ziemlich coole Idee, nur dass ich eben nicht genau wusste, wer diese Produkte denn aufarbeitete. Also erstmal auch nichts.
Als wir dann aber durch Zufall wieder in der Straße von Glore landeten, entdeckten wir HRPL1618einen Laden, der direkt nebenan war. Elternhaus. Wir waren im Paradies gelandet. Die Pullover waren allesamt selbst genäht und man konnte sogar Sonderbestellungen aufgeben. Nun laufen Patti und ich im Partnerlook herum. Während auf ihrem Pulli „Du sollst dich nicht vergleichen steht“ trägt meiner die Inschrift:

„Ein Schiff liegt sicher im Hafen, aber dafür wurde es nicht gebaut.“
Ich werde auf jeden Fall weiter diese Odyssee mit meiner kleinen Jolle fahren, denn für manche Dinge lohnt es sich zu kämpfen. Und sei es nur mit reinem Gewissen einzuschlafen.

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