Beitragsformat

Azoren – Viel Milch hilft viel!

Kommentar verfassen

Wie lange war ich nicht mehr in Europa? Vier Monate. Seit vier Monaten habe ich keinen europäischen Boden mehr betreten und nur aus der Ferne von allem erzählt bekommen, was Zuhause vor sich geht. Als wir von Paris hörten, befanden wir uns gerade mitten auf dem Atlantik, umgeben von nichts als blau und der brennenden Sonne auf der Haut. Als ich von dem ersten Schnee erfuhr, reiste ich gerade in meiner Hippiehose durch Panama. Und als alle meine Freunde in Hamburg mit rauchenden Köpfen über ihren schriftlichen Überprüfungen saßen, unterhielt ich mich wahrscheinlich gerade mit einem Kubaner. Jeder Moment, den ich im fernen Westen verbracht habe, sog ich in mich auf und freue mich im Nachhinein darüber. Die guten und die schlechten Erinnerungen haben mich geprägt, sodass es nun umso unbeschreiblicher war wieder in Europa zu sein.

Für Außenstehende ist die Szene wahrscheinlich unvorstellbar, aber man hätte die Gesichter sehen müssen, als gestern angesagt wurde, dass es Frischmilch zur freien Verfügung im Messekühlschrank gebe. Frisch. Kalt. Ohne Begrenzung. Zuerst trauten wir uns gar nicht mehr als ein halbes Glas einzuschenken, denn nachdem wir bis jetzt immer alles eingeteilt hatten (ein halbes Glas O-Saft pro Tag), war dies ungewohnt. Hinzu kommt, dass wir noch vor kurzem auf Eis und alle Milchprodukte, die nicht verkocht waren, verzichtet haben, um nicht über der Kloschüssel zu hängen. Und so konnten einfache Dinge wie Milch, die gesamte Besatzung in den siebten Himmel befördern.

Es ist aber nicht nur das Essen, was diese Ankunft zu einem besonderen Erlebnis machte.

Während die Azoren wahrscheinlich für die meisten im Verborgenen in mitten des Atlantiks liegen, so ist diese Inselgruppe unter Seglern jedem ein Name. Alle diejenige, die den Atlantik überquert haben und es auf der Überfahrt Neptun gezeigt haben, feiern hier bei Peter Café Sport ihren Sieg über den Nordatlantik. Deshalb ist der Hafen in Horta auch nicht einfach nur ein gewöhnlicher Yachthafen, sondern vielmehr eine Gedenkstätte für all die Abenteuerlustigen, die es geschafft haben. Wir haben den Atlantik zweimal überquert und deshalb werden auch wir unseren Kus-Jahrgang auf der Hafenmauer verewigen. In diesem Sinne: Viel Milch hilft viel und hallo Europa!

Leave a Reply

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s