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Rückblick …

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Die Hälfte der Zeit ist nun fast vorbei. Heute sind es noch genau hundert Tage bis ich wieder in dem grauen aber wunderschönen Deutschland ankomme. Was hat sich verändert? Jetzt mal abgesehen davon, dass ich zugenommen habe und es mir egal ist. Was habe ich gelernt? Natürlich kann ich mittlerweile besser Spanisch sprechen und ich kenne mich mittlerweile bestens in der Wolkenbestimmung aus. Aber in Deuzschland bringt mir das nichts. Viel wichtiger ist allerdings, dass ich gelernt habe zu Vertrauen. Vertrauen in mich selbst. Vertrauen in die anderen. Vertrauen in das Glück. Zu Beginn wollte ich immer alles planen, damit es perfekt wird. Mit einem Stadtplan in der Hand und mit rausgeschriebenen Informationen fühlte ich mich stark. Ich mochte das Gefühl alles im Griff zu haben. Viel mehr brauchte ich es um mich wohl zu fühlen. Deshalb war ich anfangs auch oft frustriert, als die Dinge nicht so liefen, wie ich es wollte. Doch irgendwann versuchte ich einfach loszulassen. Die Dinge musste ich wohl oder übel einfach auf mich zu kommen lassen. Und so lernte ich zu akzeptieren, dass in der Realität eben nichts nach Plan läuft. Es gibt Plan A nur in den Träumen, Plan B als Absicherung für Plan A und die Improvisation für die Realität.

Aber während dieser Reise begann ich das planlos sein nicht nur zu akzeptieren. Oft merkte ich auch, dass man ohne Plan frei ist. Die schönsten Dinge erlebte ich nämlich an den Tagen, an welchen zuvor alles schief ging. Das war in Fallmouth so. An jenem Tag hatten wir einfach kein Geld und konnten all die Dinge, die wir uns vorgenommen hatten nicht erreichen. Schließlich begannen wir einfach drauf los zu laufen und fanden nicht nur einen wunderschönen Weg die Klippen entlang, sondern auch eine wunderschöne Bank, auf welcher wir den Sonnenuntergang genossen. Das gleiche geschah in Grenada während der Kleingruppenexkursionen. Ein perfekter Tag. Es gab keine Busse. Keine Taxis. Alles hatte geschlossen. Wir waren mitten in der Pampa. Es war wunderschön. Zwar mit einem Ziel vor Augen, aber ohne Plan liefen wir durch die Insel und entdeckten eine aufregende Sache nach der anderen. Nie war ich so entspannt, auch wenn es mehr als einmal unklar war, ob wir wieder zum Schiff gelangen würden. Aber wir fragten uns unseren Weg und vertrauten auf die Gastfreundschaft der Einheimischen. Das war Plan genug. Wir erreichten als erste Gruppe das Schiff und jeder hatte seinen Wunsch erfüllt bekommen. Sogar Jonas hatte auf der Ladeluke eines Pick-Ups trampen können.

Was ich hiermit sagen möchte, ist dass es gut ist Ziele zu haben. Denn bitte versteht mich nicht falsch planlos heißt nicht ziellos. Man braucht Ziele, aber es führen bekanntlich viele Wege nach Rom und manchmal ist der offensichtlichste nicht der beste. Oft muss man erstmal ein bisschen suchen. Oft dauert das. Aber gerade in solchen Situationen braucht man Vertrauen. Irgendwann findet auch ein blindes Huhn mal ein Korn. Sogar ich :)

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