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Boquete – el mejor café del mundo 

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Seit ein paar Tagen bin ich nun hier. In diesem idyllischen Städtchen in den Bergen mit den vielen Blumen. Und das nicht nur in den Straßen, Gärten und der Natur, sondern auch überall in dem kleinen Haus, wo ich für diese Woche lebe. Es ist ein wunderschönes Haus voller Farben und geballter Hippiepower, die von meiner Gastoma voll und ganz vertreten wird. An unserem Ankunftstag kreuzte sie zur Begrüßung mit einem Cannabis-Kopftuch auf, weshalb die Jungs sofort Wetten abschlossen, wer wohl die „Weed-Oma“ bekommen würde. Natürlich ich. Bis jetzt war das Kopftuch allerdings das einzige, was sie diesem Namen würdig machen würde. Und das einzige berauschende hier ist der Geschmack des Kaffees. Obwohl ich zu Hause keinen trinke, konnte ich hier einfach nicht widerstehen zu probieren und er schmeckt mir sogar. Und deshalb steuere ich auch um kurz nach 12 Uhr (Schulschluss in unser Sprachenschule) als erstes den Coffee Shop an. Denn mit ein paar Schlucken des dampfenden oder auch eiskalten Glücks lässt sich die gefrorene Tiefkühlpizza viel besser als Lunch essen. Denn das Essen hier besteht für mich zum Hauptteil aus Burgerkäse oder auch Mayonnaise. Ich glaube meine Gastoma ist ein bisschen überfordert, weil ich kein Fleisch esse. Umso besser schmeckt dafür der Kaffee.

Heute haben wir dann endlich eine Plantage besucht. Und zwar nicht nur irgendeine, sondern eben jene Plantage, wo der zurzeit beste Kaffee der Welt herkommt. Der Geisha-Kaffee. Hier hatten wir die Chance den Weg von der Bohne in die Tasse zu verfolgen. Wir konnten die Kaffeekirschen probieren, die verschiedenen Schritte der Fermentierung beobachten und schließlich auch probieren. Es war also ein Lernen mit allen Sinnen. Die roten Früchte glühen förmlich vor den Augen, in der Nase kitzelt der wundervolle Duft des Kaffees, die warme Tasse in der Hand verbrennt deine Finger, in den Ohren knistert das Poppen der röstenden Bohnen und zum Schluss zergeht der intensive Geschmack auf der Zunge.

Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war dass der Besitzer der Plantage Don Alfredo all das aus einem alten Jeep, einer Waschmaschine und Lampen aufgebaut hat. Eigentlich war es nämlich üblich, dass die Bauern einfach nur die Früchte ernteten und exportierten. Die Veredelung und der Verkauf fand aber in anderen Ländern statt und somit wurde auch der Gewinn dort gemacht. Don Alfredo allerdings wollte das ändern, aber er fand keine Investoren für die benötigten Maschinen. Schließlich war er nur ein einfacher Kleinbauer. Also begann er seinen Jeep auseinander zu nehmen und baute sich so seine eigenen Röstungsmaschinen. Wirklich beeindruckend was man mit ein bisschen Kreativität alles schaffen kann.

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