Beitragsformat

Vivir en la selva 

Kommentar verfassen

Diesen Montag in der Früh hieß es zum ersten Mal Abschied von der Thor nehmen. Unsere Trekkingrucksäcke wurden allesamt in die Dinghis gewuchtet und langsam entfernten wir uns von unserem Zuhause. Für die nächsten 17 Tage würde unser gesamtes Leben sich in diesem Rucksack befinden. Deshalb war es auch umso wichtiger, dass wir diese selbst durch den Urwald tragen konnten.

Bevor es ans wandern ging, lag aber noch eine Strecke in einem Partybus vor uns. Denn Busse sind hier alle alte amerikanische Schulbusse, an denen sich sehr kreative Menschen ausgetobt haben. Mit lauter spanischer Musik näherten wir uns also dem Regenwald.

Dort angekommen frischten wir erstmal unser Giftwolke gegen Insekten auf und schulterten dann unser Gepäck. Vielleicht habe ich es ein bisschen übertrieben mit dem Mückenspray, denn es hat bewirkt, dass sich mein pinker Sport-BH mein T-Shirt komplett verfärbten. Das nenne ich mit zu neuen Trends. In der Mittagshitze wanderten wir jedenfalls los und abgesehen davon, dass wir nach 5 Minuten bereits geschmolzen waren, liefen wir fröhlich weiter. Und schließlich erreichten wir den lang ersehnten Fluss, durch welchen wir waten mussten. Im blinden Vertrauen auf meine Müllsäcke im Rucksack lief ich mit ein paar anderen los, obwohl wir bis zum Bauch im Schlamm standen. Daraufhin nahmen die anderen einen flacheren Weg. Viele Wege führen nach Rom.

Anscheinend zählte auch der schlammige Trampelpfad als Weg, der nach den Fluss weiterführte. Mühsam liefen wir noch eine halbe Stunde weiter bis wir unser „Survivalcamp“ erreichten. Abgesehen davon, dass die Klospülung aus einem Eimer bestand, den man in die Schüssel goß, woraufhin alles verschwand, glich es eher einem wunderschönen Hotel. Mit sooooo breiten Betten. Auch das Essen war der Hammer und es gab keine Art von Rationierung. Nicht mal bei dem selbstgemachten Kakao, den Miguel uns zum Frühstück auftischte. Aus selbstgerösteten Bohnen.

So gestärkt starteten wir am nächsten Tag unsere erste Wanderung der Wasserleitung entlang, welche Miguel ebenfalls selbstgebastelt hatte. Während der Tour erklärte er uns, was er alles aus welchen Bäumen herstellen konnte. Er zeigte uns auch die Taguapalme, aus deren Samen er den wunderschönen Schmuck herstellte. Natürlich hatten wir diesen bereits alle gekauft.

Das eigentlich Highlight im Urwald war allerdings die Wanderung zu den Wasserfällen am nächsten Tag. Um zehn Uhr morgens liefen wir los und begannen den Aufstieg sämtlicher Hügel. Während der gesamten Anstrengung klammerte ich mich in Gedanken an das leckere Abendessen, welches ich ohne schlechtes Gewissen genießen konnte. Aber bald gelangten wir auch schon in der Primärwald und somit in den Schatten. Auf einmal war alles voller Lianen und Epiphyten (Orchideen). Bald fanden wir unseren Rythmus und wanderten und wanderten und wanderten. Insgesamt 4 Stunden bis wir an den wunderschönen Wasserfällen ankamen. Dort verzehrten wir erstmal unser Mittagessen. Mal wieder Toast mit Toast! Aber immerhin gab es Tortilla für die Vegetarier, welche ich voller Genuss aß. Anschließend hieß es raus aus den Klamotten und rein ins Wasser. Das Gefühl war einfach unbeschreiblich, als ich in das eiskalte Wasser eintauchte. Zunächst versammelten wir uns auf einem Stein und beobachteten kopfschüttelnd die Jungs, während sie versuchten unter dem Wasserfall durch zu schwimmen. Kurze Zeit später kamen sie triumphierend zu uns und überredeten uns es auch zu probieren. Trotz meiner anfänglichen Angst folgte ich Ihnen. Sie erklärten uns wie wir uns an der Felswand langhangeln mussten um auf eine Plattform hinter dem Wasserfall zu gelangen. Ehrlich gesagt klang das in der Theorie deutlich einfacher, als es dann in der Realität war. Noch nie in meinem Leben schoss mir so viel Adrenalin durch das Blut und ich war ziemlich froh, als ich unter den tosenden Wassermassen heraus war und die sichere Plattform erreicht hatte. Doch in diesen Moment fühlte ich mich frei und der Rückweg war der Hammer. Man musste einfach nur untertauchen und das Wasser drückte dich zurück zu dem sicheren Stein. Und somit erfüllte ich einen weiteren Punkt meiner „Life-Goals-Liste“.

Leave a Reply

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s