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Panama City – zwischen den Fronten

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Diese Stadt stellt einfach den puren Kontrast zum Regenwald dar. Als wir mit dem Bus uns der Stadt näherten, trauten wir unseren Augen kaum. Besonders als wir Rolltreppen entdeckten erlebten wir den Kulturschock unseres Lebens. Gibt es eigentlich etwas unnötigeres als Rolltreppen?  Und bereits während wir uns dem Hostel näherten, war ich mit der Situation überfordert. Einerseits wollte ich springen, weil ich endlich wieder in einer richtigen Stadt war. Andererseits gingen mir auch die Abschiedsworte von Miguel nicht mehr aus dem Kopf.

In der Stadt ist nichts so wie es scheint. Man kann in der Zivilisation nie die Wahrheit erkennen, denn alles ist korrupt und Geld ist Macht.

Auch am nächsten Tag, als wir mit der Metro in die wunderschöne Altstadt Panamas fuhren, wurden mir sämtliche Schattenseiten auf einmal bewusst, und das nicht nur weil wir durch die Slums fuhren. Doch während wir in der Mittagshitze durch die schönen Gassen an weißen prachtvollen Gebäuden entlang schlenderten, konnte ich nicht anders als mich zu freuen. Wir liefen durch die Straßen und konnten uns nicht mehr einkriegen, als wir den Pazifik in der Ferne glitzern sahen. Irgendwann gelangten wir an einen Markt, wo man wunderschöne handbemalte Federn und aus Kristallen gefertigte Schmuckstücke kaufen konnte. Der wahre Traum war allerdings die kühle Eisdiele, in der man zwar übertrieben teures aber auch übertrieben leckeres Eis essen konnte. Das war vielleicht ein Mittagessen und eine schöne Abwechslung zu unserem sonstigen Menü: Toast mit Toast!

Nachmittags hatten wir dann Freizeit und deshalb nahmen wir uns ein Taxi zum Hard Rock Hotel. Von dort, hieß es nämlich, hätte man den besten Ausblick über Panama City. Während der gesamten Fahrt fieberten wir darauf hin. Umso trauriger waren wir, als wir erfuhren, dass die Dachterasse geschlossen war, weil an diesen Tag der nationale Feiertag in Panama alles blockierte. Doch wir wären nicht die KUSis, wenn wir uns nicht überall hin fragen könnten. Und so quatschte Karla mal eben einen Angestellten an, ob es nicht doch eine Möglichkeit für uns gäbe. Und natürlich gab es die.

Oben angekommen sah man einfach alles. Die Hochhäuser, den Pazifik, die Altstadt, den Panamakanal, die Slums und die Berge. Es war überwältigend. Denn in diesem Moment hatte ich das Gefühl zum ersten Mal die Wahrheit zu sehen. Ich bewunderte die Schönheit und die modernen Fortschritte, doch genauso sah man die Schattenseiten und die Zerstörung. Panama City ist definitiv wunderschön, aber auch traurig!

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  1. Liebe Lara, Deine Tagesberichte über Eure Exkursionen sind einfach toll geschrieben. Wir Zuhausegebliebenen erleben alles hautnah mit. Großartig!!!!

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