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Silvester bei den Cayos Holandés 

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Kurz nachdem wir die traumhafte Inselgruppe erreicht hatten, die in dem Gebiet der Kuna-Indianer liegt, begannen auch schon die Vorbereitungen für Silvester. Eigentlich ist das gelogen. Zuerst mussten wir nämlich noch unseren Geo-Test überstehen, den wir mit Blick auf das türkise Wasser schrieben. Nun denn, immerhin konnten wir so ohne Sorgen ins neue Jahr starten. Zum Mittagessen wurden alle versammelt und wir teilten die Teams ein. Ich überraschte alle und sogar mich selbst, als ich mich erneut für das Dekoteam meldete. Denn von den Vorbereitungen für Weihnachten trug ich noch ein mittelschweres Trauma mit mir herum, da ich damals fast eine Stunde das gesamte Schiff nach weißen Tischdecken absuchen musste. Detlef hatte nämlich angekündigt, dass ohne Tischdecken kein Weihnachten stattfinden würde. Notgedrungen missbrauchten wir deshalb Spannbettlaken, was wirklich interessant aussah. Trotzdem wollte ich mich auch dieses Mal mit um die Deko kümmern.

Dafür mussten wir aber erstmal einkaufen gehen. Also auf die eine unbewohnte Insel fahren und Palmenwedel und Bambus für die Bar sammeln. Kokosnüsse hatten wir bereits fleißig verzehrt, sodass wir aus den Schalen Teelichter machen könnten. Kommen wir aber zurück zu jener Insel, von der es hieß, dass es dort lauter Sandfliegen und anderes nerviges Krabbelzeugs geben sollte. Mit dementsprechend viel Begeisterung fuhren wir vier Mädels und Fabian im Slalom um die Riffe zu der Insel. Dort angekommen stellten wir zu unserer Erleichterung fest, dass die Erwachsenen mal wieder zu viel erzählt hatten. Unsere langen Hosen waren also unnötig, da kein Insektenschutz nötig war. Immerhin hatte unsere Bekbe so Ihre ganz persönliche Sauna.

Vor allem Fabian, der unser Verantwortlicher war, machte sich viele Sorgen, ob wir überhaupt Holz von der Insel nehmen dürften. Deshalb schlichen wir förmlich über die Insel, damit kein Kuna uns sehen konnte. Beziehungsweise wir versuchten zu schleichen so gut das eben geht, wenn man zwei 3 Meter lange Bambusstöcke durch das Wasser zum Dinghi trägt. Denn genau das habe ich (Popeye) gemacht. An dieser Stelle ist ein Applaus angebracht, finde ich. Es lebe hoch der Spinat!

Irgendwie schafften wir es dann mit dem ganzen Grünzeug an Bord, auch wenn wir dabei das gesamte Deck einsandeten. Aber das ignorierten wir einfach mal. Schließlich mussten wir uns auf unsere Bambus-Bar konzentrieren. Und das klappte erstaunlich gut, denn wir Mädchen konnten zwar nicht mit Sägen umgehen, aber dafür sehr gut im Team arbeiten. Wir verkleideten die Tische mit Bambus, bauten ein kleines Dach aus Palmen und verzierten alles mit Flaggen und meinen Kokosnuss-Teelichtern. Das fand sogar Detlef schön.

Bald war es auch schon 6 Uhr. Das bedeute, dass in diesem Moment das neue Jahr in Deutschland beginnen würde. Wir nahmen uns die Zeit für eine stille Minute, in der wir über das vergangene Jahr nachdachten. Das einzige woran ich allerdings denken konnte war , dass Mia jetzt wieder Schokolade essen konnte.

Nachdem wir mit Cocktails angestoßen hatten, versammelten wir uns auf dem Hauptdeck für einen kulturellen Beitrag: Besanschotan for one! Besanschotan ist eine Seemannstradition, die jeden Samstag stattfindet und bei der das Wochenende mit einem Glas Rum eingeleitet wird. In diesem Fall feierten Ruth und Detlef, die sehr lustige Handpuppen waren alleine. Hierbei sah unser Kapitän allerdings etwas tiefer ins Glas. Das belustigte natürlich alle sehr.

Der nächste Programmpunkt war ein absolutes Highlight: Das Buffet! Das Essensteam hatte sich einfach selbst übertroffen. Und selbst Vinzent konnte am Ende nicht mehr und das will was heißen. Ehrlich gesagt war es wahrscheinlich das erste mal auf der Thor, dass es zu viel zu essen gab. Dementsprechend gut war auch die Stimmung, als wir die Tanzfläche aufbauten. Miron hatte sich bereits sein DJ-Pult eingerichtet und mehrere Stunden damit verbracht, sich wie ein professioneller DJ zu stylen. Nun denn, seine Musik hat trotzdem nicht unbedingt jeden Geschmack getroffen. Schließlich hören die meisten Jungs nur „Hoch die Hände Wochenende!“ Und „Sind die echt?“ in Dauerschleife. Uns Mädchen gefiel die Musik dafür umso besser und Emilia versuchte uns zumindest Shuffeln beizubringen. Ich stellte allerdings fest, dass das definitiv zu hoch für mich war. Also habe ich lieber mit Fred dem Luftballon getanzt, da mein Stammtanzpartner ja DJ war. Just kidding! Irgendjemand hat sich immer gefunden, mit dem ich ein bisschen tanzen konnte.

Schließlich war es soweit. Der Nachtisch wurde aufgetischt und alle machten sich über Pannacotta und Schokokuchen her. Nur leider lag dieser Nachtisch vielen schwer im Magen, weshalb keiner mehr tanzen wollte. Nun beschloss der DJ selbst etwas dagegen zu unternehmen und wirbelte mich ein bisschen herum, bis er Wadenkrämpfe bekam. Die Kondition lässt grüßen.

Kurz vor Mitternacht versammelten wir uns alle wieder auf dem Achterdeck. Ich verteilte die restlichen Luftschlangen, also diejenigen die ich noch nicht als Ketten missbraucht hatte. Nachdem wir angestoßen hatten, wollten wir ein Leuchtfeuer, das auf dem Wasser treibt als Feuerwerk anzünden. Nur leider hatte der Wind da andere Pläne und wir bekamen die Fackel einfach nicht angezündet. Gerade als sich alle enttäuscht verziehen wollten, zauberten Emilia und Alena ihre Wunderkerzen hervor. Und so versammelten wir uns alle um sie und genossen unser Mini-Feuerwerk. Frohes Neues Jahr!

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