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Eine Nacht unter Palmen

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„Oh wie schön ist Panama!“, dachten wir uns als wir bei den Cayos Holandés ankamen. Es roch zwar nicht von oben bis unten nach Bananen, aber dafür nach Kokosnüssen. Wir hatten nämlich bei den Kunas, die die Inseln bewohnten, hundert von diesen Nüssen gekauft. Seitdem findet man überall an Deck weiße Krümel und Taschenmesser. Auch ich habe schon meine Erfahrungen gerade mit dem Messer gemacht. Oder besser gesagt mein Finger, aber das ist eine andere Geschichte. Eigentlich wollte ich in diesem Artikel nämlich von einer Inselübernachtung schreiben, die so schön war, dass es fast zu klischeehaft wirkte. Nach einem langen Schultag und Schiffsarbeitentag zogen wir nämlich los zu einer Insel, die nur von zwei Kuna-Familien bewohnt war, um die besten Plätze für unsere Hängematten zu finden. Das ganze erschien zunächst einfacher, als es dann war. Denn eben diese Kokosnüsse, von denen manche bereits Bauchschmerzen hatten, weil sie so viele verputzt hatten, sorgten an den Bäumen für weniger Begeisterung. Keiner von uns hatte nämlich große Lust von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, was wahrscheinlicher ist, als von einem weißen Hai getötet zu werden. Irgendwann hatten wir es dann aber geschafft und schwärmten aus um Feuerholz und Spieße für unseren Stockbrotteig zu schnitzen. Mittlerweile war es allerdings dunkel, was das Ganze etwas schwieriger gestaltete. Trotzdem kämpften wir uns durch das Dickicht und nach einiger Zeit waren wir froh über die Schwärze, denn so konnte niemand uns dabei sehen.

Nun ging es ans Feuer machen. Alle versammelten sich um die Stöcke und sahen gespannt dabei zu, wie einige Jungs sämtliche Tampons abfackelten und versuchten so das Holz zu entfachen. Erstaunlicherweise hatten sie dabei sogar Erfolg und so versuchten eine halbe Stunde später 34 Schüler ihr Stockbrot zu rösten. Gleichzeitig!

Nachdem die Sache mit dem Essen geklärt war, wurden die Gesangsbücher ausgepackt und Lukas begann auf seiner Gitarre zu spielen. So saßen wir dort gemeinsam zusammen und fühlten uns endlich wie eine richtige Gruppe. Ein Tag vorher hatten wir nämlich eine Schülerversammlung, weil sich einige nicht wohl gefühlt hatten. Anscheinend hatte sich nämlich eine geschlossene Gruppe herauskristallisiert, die mit dem Eigelb in einem Spiegelei zu vergleichen ist. Jedenfalls waren wir an diesem Abend Rührei und das war wunderschön.

Um halb zwölf begannen wir dann eine riesige Runde Werwolf zu spielen, bei der hauptsächlich gebaumt wurde und der Zombies haufenweise Gehirne fraßen. Vielleicht töteten wir deshalb alle Charaktere bis auf die Werwölfe. Irgendwann kam auch das Spiel zur Ruhe und wir legten uns zum schlafen in die Hängematte.

Die Nacht wäre zwar ohnehin schon kurz gewesen, aber dann fing es plötzlich um 4 Uhr an zu regnen. Aber nicht nur leichter Nieselregen. Nein. Eine Stunde lang schiffte es wie nichts gutes vom Himmel. Deshalb verließ auch ich nach ein paar Minuten des stillen Protests meine Hängematte und wir stellten uns in einer Strohhütte unter und warteten. Und warteten. Und froren. Schließlich klarte der Himmel auf und manche beschlossen zurück zur Thor zu fahren, da ein Großteil der Hängematten durchnässt war. Ich blieb allerdings, auch wenn man in meiner Matte schwimmen konnte. Ein paar andere hatten allerdings ganz dünne und schnell trocknende Matten und so hielt ich diese kurz in den Wind und schlummerte ein weiteres Mal ein bis unsere Übernachtung vorbei war.

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