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Englischer Kanal – Die Reise beginnt

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Der frühe Vogel fängt den Wurm. So ziemlich der blödeste Spruch den ich kenne und dennoch stimmte er in unserem Fall leider. Deshalb musste ich am 27.10. (ich weiß das ist schon eine ganze Weile her) schon um 03:10 Uhr aufstehen, denn zunächst hatte ich Hafenwache und um 05:00 Uhr mussten dann auch die anderen dran glauben, weil zum Auslaufen aus Kiel versammelte Mannschaft an Deck benötigt wurde. Aber keine Sorge, wir haben es alle überlebt. Sonst würde ich ja jetzt auch nicht schreiben und auch all das was jetzt folgt klingt vielleicht ein bisschen hart und das war es auch, aber irgendwie haben wir es doch überstanden. Ziemlich gut sogar. Was auf uns an diesem morgen wartete waren nämlich ein Vorgeschmack auf die Seekrankheit, die uns noch die nächsten zwei Wochen verfolgen sollte, Müdigkeit und das schlimmste Kälte. Besonders beliebt ist hierbei die Kombination, also: Nachtwache von 02:00 Uhr bis 05:00 Uhr nachts bei ekligem Wetter mit unserem Freund der Seekrankheit. Das Problem bei dieser ist, dass man absolut nichts dagegen unternehmen kann und auch nicht wirklich gegen die Nebenwirkungen. Denn liegt man erstmal matt in der Koje kommt das Heimweh garantiert. Glaubt mir. Egal wie sehr du ansonsten die Zeit genießt in solchen Situationen sitzt man einfach nur unter den Bildern von zuhause und stellt sich eine nicht schaukelnde heile Welt vor, in der Mama einen tröstet.

Zum Glück hatte mich diese Seekrankheit im englischen Kanal zunächst relativ verschont. Betonung liegt auf relativ. Denn als ich dann Backschaft hatte und es in der lauten und stickigen Messe angefangen hat zu schaukeln, war es auch bei mir vorbei. Besonders, weil ein Backschaftertag um 05:30 Uhr beginnt und dann bis 09:00 Uhr abends ohne Pause dauert. Glaubt mir, das ist kein Zuckerschlecken.

Ansonsten habe ich hauptsächlich getröstet und Wärmflaschen aufgefüllt, sowie Zwieback verteilt. Denn leider hatte es Karla und Marlena ganz besonders erwischt. Also habe ich die meiste Zeit in Karlas Bett verbracht und den beiden englische Bücher vorgelesen. Eine Symbiose deluxe. Die beiden wurden abgelenkt und getröstet und ich konnte bei ihnen Süßigkeiten schnorren, die sie ja nun nicht mehr essen mochten, weil ihnen ja kotzübel war. Und so sind wir dann doch in 5 Tagen nach Fallmouth gelangt, wo wir einen Zwischenstopp einlegten, um neues Benzin zu tanken. 5 Tage für den Ärmelkanal – das ist für die Jahreszeit ziemlich gut, schließlich wird ja immer vor den Herbststürmen gewarnt, weshalb das letzte Jahr auch doppelt so lange gebraucht hat.

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